Kritik Nr. 21: May



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INKOGNITO 36

INKOGNITO 36

29.10.09 Micke from Sweden - Kritik in der SZ

Melancholische Balladen
Dachau
Der Verein "TollhausDachau" hat gewagt, was sonst kaum ein Veranstalter wagen würde: In seiner Reihe "Incognito" lädt er regelmäßig Künstler ins "Café Gramsci" ein, deren Namen bis zum letzten Augenblick geheim bleiben. Kai Kühnel, Vorsitzender von "Tollhaus", setzt auf den Überraschungseffekt und die Neugier seiner Gäste, die sich auf Unbekanntes, Unerwartetes einlassen sollen.
Überraschungsgast am ersten Abend des neuen Programms war ein Sänger, Songwriter und Pianist aus Schweden, Micke Lohse, der als "Micke from Sweden" vor allem in Skandinavien bekannt geworden ist. Der Auftritt im "Gramsci" war für beide Seiten spannend: Für den Schweden bildete er den Auftakt seiner Herbsttournee durch Deutschland und die Schweiz - und für die rund 40 Gäste im Gramsci die Begegnung mit einem Musiker ganz eigener Prägung. Der schmale, sehr lebendig wirkende Mann in klassisch-schwarzem Outfit greift mächtig in die Tasten seines Pianos und verbindet in seinen Kompositionen hörbar Einflüsse aus amerikanischer Barmusik, schepperndem Honky Tonk, Country Music und Jazz. Bob Dylan war eines seiner großen Vorbilder: Musik, die er bei seinen älteren Brüdern hörte, aber auch Tom Waits, von dem Micke zwei Songs mit ins Programm nahm, gehört zu diesen Vorbildern. Sehr emotional ist die Musik des Schweden, und ebenso emotional auch seine Texte: Melancholische Balladen aus dem eigenen Leben, Lieder, in denen von Sterben und Tod die Rede ist, von Menschen, die hoffnungslos in einer Bar gestrandet sind oder von einem, der seinen Mörder bittet: "Shoot me in the Head". Auch wenn Micke zwischen den einzelnen Stücken lustig von seiner Katze "Ziggy" erzählt: Seine fast ausnahmslos englisch gesungenen Songs sind in aller Regel todtraurig.
Im "Gramsci" nahm man die düsteren Inhalte von Mickes Songs nicht weiter tragisch. Die Enge von Bühne und Café sorgten für eine geradezu familiäre Atmosphäre, und entsprechend spontan reagierten die Gäste auf die mitreißenden Rhythmen von Mickes Musik: Sie sangen mit, wo das gewünscht war, und stimmten beim Lied vom "Big Bad Wolfe", ganz im Sinne des Sängers, ein infernalisches Wolfsgeheul an. Immer wieder bekam Micke Beifall, und auch sein Duett mit Petra Leu von der Dachauer Gruppe "Ginger Red" - die beiden sangen den schönen alten Johnny-Cash-Song "Jackson" - wurde mit großem Applaus bedacht.
Am Freitag, 6. November, heißt es im "Gramsci" wieder "Incognito": Eine Dame wird diesmal erwartet, und vorerst weiß man nur, dass sie schöne Beine hat und rote Schuhe trägt. Karten gibt es im Café oder unter www.cafe-gramsci.de. RENATE ZAUSCHER
Quelle: Süddeutsche ZeitungNr.252, Montag, den 02. November 2009 , Seite 2

Dachauer Nachrichten Kritik K.C. McKanzie

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SZ 6.4.09 K.C. McKanzie

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SZ über Georg Eggers

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